Gottesdienst an Himmelfahrt 2019 in der Schlosskapelle in Unterschwandorf

Traumhaftes Wetter lockt am Himmelfahrtsmorgen die Gottesdienstbesuchenden aus nah und fern in die Kapelle in Unterschwandorf auf den Schlossberg, um den Himmel vor der Haustür zu erleben. Mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder auch per pedes fahren und laufen alle ein – mancher auf über einen kleinen Umweg, um dann festzustellen, dass man erst auf der Hälfte der Anhöhe gelandet ist…

Zum ersten Mal ist die Kirchengemeinde Ober- und Unterschwandorf eingeladen wie die Jünger auf einem Berg Himmelfahrt zu feiern – und das in einer wunderschönen Schlosskapelle, die Frau Waldschütz und Herr Graef dazu öffnen und zur Verfügung stellen…

Willkommen zu dem Fest, das die genaue Entsprechung zu Weihnachten ist. An Weihnachten kommt der ewige Gott zur Erde – und an Himmelfahrt geht der gestorbene und auferstandene Gottessohn wieder zurück in die Sphäre Gottes.

Die Himmelfahrt Jesu hinterlässt Spuren in uns - und so erhalten alle eine farbige Spur aus Papier, deren Ziel im Lauf des Gottesdienstes klarer wird.

Beim ersten gemeinsamen Lied danken alle dem einen, der uns Menschen Tag für Tag so derart beschenkt, dass man es gar nicht genug aufzählen kann. Und weiß nicht, ob Sie es schon wussten? Bei diesem Lied kann man sich warmsingen, indem man bei jeder Strophe einen halben bis ganzen Ton musikalisch und innerlich auf den Schlossberg klettert. Danke für diesen guten Morgen!

Nach der Schriftlesung aus Apostelgeschichte 1, die die Geschichte von Jesu Himmelfahrt erzählt, geht es auf Spurensuche. Anhand der Fuß-Spuren tierischer und menschlicher Art auf verschiedenen Bildern gilt es, die eine oder andere biblische Geschichte zu erkennen: z.B. Arche Noah oder der Einzug nach Jerusalem.

Das größte Gelächter hört man am Anfang der Predigt. Sie vermuten, wegen dem am Anfang erzählten Witz? Nein, da sind Sie auf dem Holzweg. Die allermeisten sind sich sicher, dass Frau Pfarrer bei der Predigt heute vor dem Altar stehen bleibt… und auf einmal ist sie weg. Wenigstens hört man ihre Stimme aus dem Off leicht unterhalb der Höhe der Empore…

Das Fazit der Predigt? Himmelfahrt ist nicht das Fest, an dem der Abschied Jesu auf Nimmerwiedersehn gefeiert wird. Nicht Christus i.R. im Sinne von Christus im Ruhestand. Oder Christus im Rückzug.

Sondern Himmelfahrt ist das Fest, an dem gefeiert wird, dass Christus die Herrschaft über alles antritt. Dass ihm alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist und er deshalb unsere Gebete hört und erhört. Dass er nicht unerreichbar ist, sondern überall gegenwärtig sein kann. Christus i.R. im Sinne von Christus im Regiment. Christus in Reichweite. Christus im Raum.

Nach dem Gottesdienst gibt es einen wunderbar vorbereiteten Ständerling im Schlosshof, bei dem man mit einem Happen zu essen und einem Schluck zu trinken locker ins Gespräch kommt.

Zum Schluss gibt es nur noch eines zu sagen: Danke Frau Waldschütz und Herr Graef für alle Vorbereitungen: den wie „geschleckten“ Hof, die Steh- und Buffettische, die für die Kapelle aus dem kompletten Schloss zusammengetragenen Stühle, das Herrichten und das Aufräumen aller Utensilien. Allen, die die Kapelle geschmückt und die für den Gottesdienst notwendigen Gegenstände hergebracht und aufgebaut; allen, die den Gottesdienst mitgestaltet haben. Danke allen Kaffee- und Teekochen-den, allen süßes und salziges Fingerfood-Mitbringenden.

Den Gottesdienst musikalisch eingespurt hat das Bläser-Ensemble mit Sonja Rath, Bernhard Rath, Wolfgang Hammer und Markus Mößner. Sie haben damit ein großes Stück Himmel vor der Haustür erfahrbar gemacht. Und vielleicht hat mancher der Zuhörenden klammheimlich kleine Freudensprünge beim Vorspiel „Switching Music“ gemacht… Danke dafür.

Sie vermissen noch eine Erklärung zur farbigen Spur aus Papier? So wie Jesus den Jüngern eine klare Aufgabe gegeben hat, soll auch in Ober- und Unterschwandorf der Himmel vor der Haustür praktisch werden. Die Menschen im Gottesdienst sind  ermutigt worden, diese Fußspur zu nutzen, um jemanden einen Gruß zu schreiben; jemanden zu einer Tasse Kaffee einzuladen, zu einem Spaziergang, zu einem Glas Wein… jemand eine selbstgemachte Marmelade mit einem Gruß zu überreichen, jemand ganz praktisch zu helfen…Der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

DENN: wie gut tut das, wenn man merkt, da denken andere an mich. Ich werde nicht übersehen. Der Himmel vor der Haustür…