Idee des Weltgebetstags

Ein Gebet wandert über 24 Stunden lang um den Erdball …
… und verbindet Frauen in mehr als 120 Ländern der Welt miteinander!

Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich christliche Frauen in der Bewegung des Weltgebetstags. Gemeinsam beten und handeln sie dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. So wurde der Weltgebetstag in den letzten 130 Jahren zur größten Basisbewegung christlicher Frauen.

Weltgebetstag 2020 aus Simbabwe

Simbabwe: Unterstützung für Kinderbräute

Viele Mädchen in Simbabwe werden früh mit deutlich älteren Männern verheiratet. Stirbt ihr Ehemann, dann stehen sie vor dem Nichts. Um diesem Schicksal zu trotzen, lernen Frauen und Mädchen ihre Rechte kennen.

Als Frau in Simbabwe – mitunter ein hartes Los

Gewalt ist in Simbabwe weit verbreitet. Besonders hart trifft es dabei junge Mädchen. Häufig werden sie früh an deutlich ältere Männer verheiratet und wissen nicht, wie sie sich gegen Übergriffe wehren können.

Im Hurungwe Distrikt im extremen Norden Simbabwes ist diese Situation besonders gravierend. Hier werden ca. 42 Prozent der Mädchen frühzeitig aus der Schule genommen, um dann verheiratet zu werden. Stirbt der Ehemann, werden die Mädchen bzw. Frauen der lokalen Tradition entsprechend von der Familie des verstorbenen Mannes verjagt und ihres ganzen Besitzes beraubt. Sie und ihre Kinder stehen danach vor dem Nichts.

Frühverheiratung, Teenagerschwangerschaften, häusliche Gewalt und Besitzlosigkeit prägen somit das Leben der Frauen und Mädchen in Simbabwe.

Bewusstseinsänderung als Ziel

Um dieses Schicksal zu durchbrechen, müssen Frauen und Mädchen ihre Rechte kennenlernen und ein Bewusstsein dafür entwickeln, wann diese verletzt werden.

Diesem Anliegen widmet sich die Partnerorganisation des Weltgebetstags, „Envision Zimbabwe Women's Trust“ (EZWT). Sie betreibt mit den Frauen und Mädchen im Hurungwe Distrikt Rechtsbildung, insbesondere auch zu Besitz- und Erbrechtsfragen.

In einem zweiten Schritt geht es darum, ihnen Wege aufzuzeigen, ihre Rechte durchzusetzen. Die Frauen und Mädchen lernen, z.B. bei häuslicher Gewalt oder Beraubung ihres Besitzes, aufzustehen und sich an die entsprechenden hilfeleistenden Stellen zu wenden.

Gemeinsames Engagement

Doch der Kampf für ein Ende geschlechterspezifischer Gewalt und Diskriminierungen darf kein einseitiger sein. Die Männer müssen ins Boot geholt werden. Die Organisation arbeitet daher an einer Veränderung der allgemeinen Haltung der Männer gegenüber Frauen. Der Respekt vor der körperlichen und seelischen Unversehrtheit von Frauen und Mädchen wird zum gemeinsamen Anliegen gemacht.

Zu diesem Zweck führt EZWT gezielte Trainings mit den (Ehe-)Männern und lokalen Autoritäten, die meist noch durchgängig Männer sind, durch, um sie zum Thema Geschlechtergerechtigkeit zu sensibilisieren und sie in den Gesetze und Strategien zum Schutz von Frauen und Mädchen zu schulen. Die Mitsprache von Frauen bei familiären und dörflichen Entscheidungen ebenso wie die Übernahme von Führungspositionen durch Frauen soll schlussendlich als selbstverständlich gesehen werden.

Frauen tragen die gesellschaftliche Entwicklung des Landes

EZWT engagiert sich auch auf der nationalen Bühne, wo es um die Anerkennung der Leistungen von Frauen am gesellschaftlichen Wiederaufbau des Landes geht. Die gewaltsamen Enteignungen der weißen Farmer durch die Regierung Mugabe zur Jahrtausendwende hatten neben massiven Hungersnöten und einem Totalzusammenbruch der Landwirtschaft auch schwerwiegende gesellschaftliche Revolten zur Folge. Das Land ist nun dabei, sich von dieser Krise zu erholen.

Dass die Rolle der Frauen am Wiederaufbau gewürdigt wird, ist ein wichtiges Anliegen von EZWT. Über öffentlichkeitswirksame Events wird die Wertschätzung für Frauen zelebriert, wie z.B. bei der Feier des Internationalen Frauentags. Neben dem Einsatz für Frauenrechte im allgemeinen widmet sich EZWT aus Anlass der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen 2018 der Ausbildung sogenannter Friedenskräfte. Ihre Aufgabe ist das Engagement für eine friedliche Entwicklung und eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Zuge dieser zu erwartenden gesellschaftlichen und politischen Umbruchsphase.

Kommt, alles ist bereit!

Mit diesem Ruf luden die Frauen aus Slowenien zum diesjährigen Weltgebetstag am 01. März ein.

Dober vecer – Guten Abend, so begrüßten sich die zweiundfünfzig Frauen und zwei Männer verschiedener Konfessionen der Gesamtstadt Haiterbach im evangelischen Gemeindehaus in Oberschwandorf.

Zu Beginn trugen einige Frauen des Vorbereitungsteams landestypische Gegenstände zum Altar. Salz, rote Nelken, Lavendel, Honig, eine Art Nussgugelhupf sowie Trauben schmückten nun den Tisch.

 „Eingeladen zum Fest des Glaubens“, so lautete der Refrain des ersten Liedes und so fühlten wir uns auch an diesem Abend. Die Frauen aus Slowenien ließen uns teilhaben an ihrer Lebensfreude und sehr großen Gastfreundschaft, an ihren Sorgen und Nöten. Neben alldem konnten wir aber auch die Tiefe ihres Glaubens spüren.

 „Dein Wort schafft Wunder unter uns. Du inspirierst uns zu Taten der Liebe und Du lädst uns ein, unsre Herzen und Türen zu öffnen und denen einen Platz anzubieten, die noch nicht an Deinem Tisch sitzen.“

Diese Worte, sowie die eindringliche und mitreißende Predigt von Pfarrerin Christa Albrecht, begleiteten uns durch den Gottesdienst und auch im Anschluss beim gemeinsamen Beisammensein.

Viele interessante und gute Gespräche sowie die leckeren Spezialitäten aus Slowenien ließen alle fröhlich, bestärkt im Glauben und im christlichen Miteinander nach Hause gehen.

Vielen Dank an alle, die am Gelingen dieses Gottesdienstes und dem anschließenden Beisammensein beigetragen haben.

Raquel Klenk und Steffi Hölzlberger

 

 

„Kommt, alles ist bereit”: Mit der Bibelstelle des Festmahls aus Lukas 14 laden die slowenischen Frauen ein zum Weltgebetstag am 1. März 2019. Ihr Gottesdienst entführt uns in das Naturparadies zwischen Alpen und Adria, Slowenien. Und er bietet Raum für alle. Es ist noch Platz –  besonders für all jene Menschen, die sonst ausgegrenzt werden wie Arme, Geflüchtete, Kranke und Obdachlose. Die Künstlerin Rezka Arnuš hat dieses Anliegen in ihrem Titelbild symbolträchtig umgesetzt. In über 120 Ländern der Erde rufen ökumenische Frauengruppen damit zum Mitmachen beim Weltgebetstag auf.  

Slowenien ist eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union. Von seinen gerade mal zwei Millionen Einwohner*innen sind knapp 60 % katholisch. Obwohl das Land tiefe christliche Wurzeln hat, praktiziert nur gut ein Fünftel der Bevölkerung seinen Glauben. Bis zum Jahr 1991 war Slowenien nie ein unabhängiger Staat. Dennoch war es über Jahrhunderte Knotenpunkt für Handel und Menschen aus aller Welt. Sie brachten vielfältige kulturelle und religiöse Einflüsse mit. Bereits zu Zeiten Jugoslawiens galt der damalige Teilstaat Slowenien als das Aushängeschild für wirtschaftlichen Fortschritt. Heute liegt es auf der „berüchtigten“ Balkanroute, auf der im Jahr 2015 tausende vor Krieg und Verfolgung geflüchtete Menschen nach Europa kamen.

Mit offenen Händen und einem freundlichen Lächeln laden die slowenischen Frauen die ganze Welt zu ihrem Gottesdienst ein. Der Weltgebetstag ist in ihrem Land noch sehr jung. Seit 2003 gibt es ein landesweit engagiertes Vorbereitungs-Team. Dank Kollekten und Spenden zum Weltgebetstag der Sloweninnen fördert das deutsche Weltgebetstagskomitee die Arbeit seiner weltweiten Partnerinnen. „Kommt, alles ist bereit“ unter diesem Motto geht es im Jahr 2019 besonders um Unterstützung dafür, dass Frauen weltweit „mit am Tisch sitzen können“. Deshalb unterstützt die Weltgebetstagsbewegung aus Deutschland Menschenrechtsarbeit in Kolumbien, Bildung für Flüchtlingskinder im Libanon, einen Verein von Roma-Frauen in Slowenien und viele weitere Partnerinnen in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika. 

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen für den Weltgebetstag. Seit über 100 Jahren macht die Bewegung sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Am 1. März 2019 werden allein in Deutschland hundertausende Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen. Gemeinsam setzen sie am Weltgebetstag 2019 ein Zeichen für Gastfreundschaft und Miteinander: Kommt, alles ist bereit! Es ist noch Platz.

Weltgebetstag 2018 aus Surinam

Die Frauen aus Haiterbach, Ober- und Unterschwandorf luden ein zum Weltgebetstag 2018 aus Surinam am Freitag, den 02. März 2018 Pregizerhaus nach Haiterbach

Der Weltgebetstag 2018 führt uns nach Surinam in Südamerika. Surinam ist das kleinste Land des Subkontinents mit über 90 % Regenwald mit über 1000 verschiedenen Baumarten. Und so wie die Natur in Surinam sind auch die Menschen dort: ein „Mischmasch“ aus vielen verschiedenen Ethnien. Doch dadurch haben die Frauen dort festgestellt: „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ und diese Aussage zum Thema des Weltgebetstags 2018 gemacht. 

Wir ALLE waren herzlich zum Mitfeiern eingeladen. Anschließend an den Gottesdienst genossen wir gemeinsam einige kulinarische Köstlichkeiten des Landes.