"Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene." (Matthäus 20,28)

In diesem Sinn ist der Gottesdienst  auch ein Dienst Gottes an uns, um uns gut zu tun.

"Die Kirchengemeinde feiert den Gottesdienst als Mittelpunkt ihres Gemeindelebens.
Er bietet allen Gemeindemitgliedern Gelegenheit zur Anbetung und zur Besinnung auf das Wort Gottes in seiner aktuellen Bedeutung.
Die Begegnung mit Gott in ansprechender Atmosphäre gibt möglichst vielen Menschen Kraft und Orientierung für ihren Alltag."

(Zieldefinition des Kirchengemeinderates am 24. Juni 2006)

Zugegeben - auch nach Jahren scheint dieses Ziel nicht an jedem Gottesdienst erfüllt. Oft aber kommen wir ihm nahe. Es gibt - immer wieder aufs Neue - viel zu tun. Herzliche Einladung zum Mitfeiern!
Und wer möchte gerne auch zum Mitgestalten.

Gottesdienst in Oberschwandorf und Unterschwandorf

Am 21. April 2018  haben wir uns als Kirchengemeinderat eine Klausur zum Thema „Gottesdienst“ gegönnt. Denn es ist gut, sich immer mal wieder zu überlegen: Was ist Gottesdienst für mich? Welche Fragen, Anregungen und Wünsche habe ich zum Thema Gottesdienst?
In einer ersten Runde haben wir nachgeschaut, was die Bibel zum Gottesdienst sagt – im Alten Testament und dann auch im Neuen Testament. Was wir herausfinden zu Ort und Zeit. Welche Elemente in diesem Gottesdienst eine Rolle spielen. Was Jesus dazu sagt. Wer den Gottesdienst geleitet hat. Was den Gottesdienst ausgemacht hat. Und welche Probleme es damals gab.
In einer zweiten haben wir den Gottesdienst im Verlauf der Kirchengeschichte von der Alten Kirche über das Mittelalter, die Reformation, das 18. Jahrhundert, ab 1931, 1982 bis 2018 verfolgt. Was kommt hinzu? Was hat sich verändert? Was bleibt gleich?
Zum dritten haben wir mithilfe eines Bodenbilds Aufbau und Bedeutung unseres Gottesdienstes vom Läuten der Glocken bis zur Musik zum Ausgang erarbeitet.
Nach so viel Theorie war dringend ein Lockern der Gedankengänge und Gehirnwindungen angesagt. Und wie kann man das besser tun als mit einem gottesdienstlichen Schüttelrätsel. Bleistift gefällig? Was haben eine „Lessingfrucht“, ein „Hirnchocker“ und eine „Difonbank“ mit dem Gottesdienst zu tun?!
Und dann war es Zeit für die ganz konkreten und praktischen Schritte, die wir in unserem Gottesdienst in Oberschwandorf und Unterschwandorf umsetzen wollen:
Das Votum bzw. der Gruß soll gleich nach der Musik zum Eingang stehen. Denn diese Aussage und Zusage Gottes und SEINE Einladung sind uns wichtig. Den Psalm wollen wir grundsätzlich versweise im Wechsel beten, um die sprachliche Sinnhaftigkeit und Dynamik nicht zu unterbrechen. Nebst der Schriftlesung mit Einleitung und Wort zum Abschluss wird das Schriftleseteam auch ein an Festtagen gesprochenes Glaubensbekenntnis mit der Gemeinde anleitend sprechen und das Wochenlied ankündigen, das in allen Landeskirchen Deutschlands, Elsass-Lothringen und Österreich das Lied ist, das uns an diesem Sonntag verbindet. Beim Abendmahl wird künftig ein Kirchengemeinderat oder eine Kirchengemeinderätin beim Austeilen helfen. Das Segenslied ist in der Regel das dreimal gesungene „Meine Hoffnung und meine Freude“. Und zur Musik zum Ausgang wollen wir noch einmal Platz nehmen, den Gottesdienst mit der Musik bewusst nachklingen lassen, überlegen, welchen Impuls wir für unsere Alltagswoche mitnehmen.