Geschichte der Severuskirche

Die Ursprünge unserer Severuskirche am heutigen Standort gehen vermutlich weit in die Geschichte des Dorfes zurück, das erstmals 1150 als Sue(i)ndorf urkundlich erwähnt ist. Man darf davon ausgehen, dass schon in dieser Zeit eine Kirche oder wenigstens Kapelle an dieser Stelle gestanden hat.

Erste Belege über eine Vorgängerkirche stammen aus einer Kirchenvisitation, die 1708 eine Kirche in gutem Zustand aber auch als zu klein für die nach dem 30jährigen Krieg wieder stark gewachsene Bevölkerung bezeichnet wurde. Die Enge hat sich in den nächsten Jahren sicherlich nicht geändert, wohl aber die Bausubstanz: die Kirche wurde bald baufällig, so dass man schon um das Jahr 1725 einen Kirchenbau errichtete, bei dem es sich wohl zumindest weitgehend um einen Neubau handelte, der dem heutigen Grundriss entspricht. Selbst eine Turmuhr ist aus dieser Zeit belegt. Noch heute sind die gehauenen Ecksteine, die Tür- und Fenstereinfassungen ein Zeugnis aus dieser Bauphase. Unter Putz liegen dagegen die nur grob behauenen Feldsteine aus rotem Sandsteine, mit denen die Wände gemauert sind und die bei der letzten Außenrenovierung 2008/09 vorübergehend freigelegt wurden.

Während man noch lange an den dafür erforderlichen Krediten zu tilgen hatte, nagte der Zahn der Zeit weiter. Der Bretterboden verfaulte und heftige Unwetter – vier Jahre hintereinander Hagel, Sturm und Starkregen – machten großen Schaden. Der Giebel war löchrig, Dach und Turm mussten abgestützt werden und die Kirche war wegen Einsturzgefahr geschlossen.

Entsprechend waren die Reparaturen ab 1763 sehr aufwändig – der Turm wurde abgerissen und neu aufgebaut, das Dach komplett neu eingedeckt, der Kirchenraum bekam den uns bekannten Sandsteinboden. Außerdem war die Bevölkerung weiter gewachsen und die Empore wurde eingebaut. Die immense Investition war für die Gemeinde kaum zu bewältigen, zumal die oben genannten Unwetter große Ernteausfälle und Verwüstungen mit sich gebracht hatten und man zudem am Wiederaufbau der zerstörten Laurentiuskirche in Haiterbach mitzutragen hatte. Unterstützung kam aus einer Kollekte, die man landesweit im Herzogtum Würrtemberg durchgeführt hatte.  

Damit hatte die Kirche im Wesentlichen ihre heutige Gestalt erhalten, an der sich in den nächsten Jahrhunderten kaum noch wesentliches ändern sollte. Die wohl bedeutendste Umgestaltung betraf die Innenrenovierung um 1974, in der die Orgel auf die Westempore verlegt und die alte Ostempore über dem Chor abgerissen wurde. Die Orgel stammt ebenso aus diesem letzten großen Maßnahmenpaket  wie die Motivfenster und das von Schwandorfer Schreinern gebaute Ensemble aus Kanzel, Altar und Taufstein. Aus dieser Zeit kommt auch der Anbau an die Sakristei, der damals eine neue Elektroheizung aufgenommen hatte und 2009 in ein behindertengerechtes WC umgebaut wurde.