Kommt her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat. (Psalm 66, 16)

Das Passions- und Osterfenster

Im Chor unserer Severuskirche, direkt gegen Osten hin, erstrahlt das in rot gehaltene Passions- und Osterfenster über dem Altar im morgentlichen Sonnenlicht. 

Es erzählt von "Palmsonntag", dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem und dem innerhalb weniger Tage darauffolgenden Leiden und Sterben, aber auch von der Auferstehen Jesu. 

Die Karwoche ist die Woche unmittelbar vor Ostern und für Christen die wichtigste Woche im Kirchenjahr. "Kara" bedeutet Trauer, Wehklage. Am Karfreitag geht es um das Leiden und Sterben Christi. Pilatus fällt das Todesurteil; Jesus wird ans Kreuz geschlagen. Stunden dauert der Todeskampf. Ein Drama um Verrat, Folter und Tod. Und dann kommt Ostern: Die Auferstehung Christi und die Überwindung des Todes. Am dritten Tag, d.h. in der Nacht zum Ostersonntag, rollt der Engel des HERRN den Stein weg. Bis heute lautet der Ostergruß: "Der HERR ist auferstanden" und wird beantwortet mit "ER ist wahrhaftig auferstanden!"

Ostern steht im Zentrum unseres Glaubensbekenntnisses, das die Lehre von Jesus Christus knapp zusammenfasst: "gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, (und im Vorgriff auf Himmelfahrt:) aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten." 

Das Pfingstfenster

Es sind die Frühsommer-Sonntage, an denen uns während des Gottesdienstes die wärmende Sonne durch das Pfingstfenster anstrahlt. Zwischen Osterfenster und Kanzel, nach Südwesten hin, erzählt es uns in mildem Lindgrün von der Geburtsstunde der Kirche: 

Nachdem Jesus ihren Blicken entschwunden ist, bleibt die Jüngergemeinde in jenem Obergemach zusammen, wo sie mit ihm das letzte Abendmahl gefeiert und die Zeit nach der Auferstehung verbracht haben. Auch zehn Tage nach der Himmelfahrt, also am fünfzigsten Tag nach Pessach, sind sie wieder hier vereint. An diesem Tag feiern die Juden das Siebenwochenfest Schawuot, um der Verkündigung der Zehn Gebote am Berg Sinai zu gedenken. Für die Jüngergemeinde ist es der Tag, an dem sich das Versprechen Christi erfüllt, ihnen die Kraft des Heiligen Geistes vom Himmel zu senden. Die Apostelgeschichte überliefert das Geschehen.

Gestärkt durch den Heiligen Geist, treten die Apostel ihr Bekehrungs- und Lehramt an. Sie beginnen unverzüglich zu predigen und im Namen Christi zu taufen. Noch am selben Tag nehmen 3.000 Menschen die Taufe an und "blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet" (Apg. 2,42). Aufgrund dieser Ereignisse gilt Pfingsten als eigentliches Gründungsfest der christlichen Kirche. Mit dieser Glaubensgewissheit schließt auch das Glaubensbekenntnis: "Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben."  

Das Severusfenster

Über Jahrhunderte hinweg  hieß unsere Kirche in den Unterlagen einfach "nur" die "Evangelische Kirche" in Oberschwandorf. Man möchte meinen, es sollte wohl ganz den reformatorischen Grundsätzen entsprechend nichts auf frühere Ortsheilige hindeuten. 

Erst in den letzten Jahren hat es sich wieder eingebürgert, von der "Severuskirche" zu sprechen. Der einzige Hinweis auf diese Namensgebung ergibt sich aus der verwitterten und teilweise schon abgeplatzten Inschrift des Rundfensters über dem Haupteingang. Dies ist umso erstaunlicher, als die Kirche und damit auch diese Fenster-Inschrift erst 1724, also 190 Jahre nach der Reformation gebaut wurde. 

Aus dem Kirchenraum ist das Fenster nicht einsehbar; die Fensteröffnung mündet im ersten Dachboden in Höhe des Fußbodens. 

... und andere historische Buntglasfenster

Wie auch das Severusfenster besteht die Bleiverglasung aller weiteren Fenster aus schlicht gehaltenem Buntglas.

Leider ist nicht überliefert, aus welcher Zeit die Scheiben stammen, es wird wohl aus dem frühen 19. Jahrhundert sein. Bemerkenswert ist die Mischung aus runden und rechteckigen Formen und Spitzbögen.